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Zehn Jahre Riester-Rente

Erstellt von am 20. Januar 2012 – 13:300 Kommentare

Vor nunmehr zehn Jahren wurde die Riester-Rente – eine staatlich geförderte Altersvorsorge – eingeführt. Zeit, ein Resümee zu ziehen und den Verbrauchern die Vor- und Nachteile der privaten Altersvorsorge, die nach dem ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester benannt ist, noch einmal deutlich zu machen.

Die Fakten zur Riester-Rente

Mittlerweile haben 15 Millionen Deutsche einen Riester-Rentenvertrag abgeschlossen. 75 Prozent aller Sparer haben sich für eine Riester-Rentenversicherung entschieden. Aber nicht, weil die Riester-Rentenversicherung so attraktiv ist, sondern weil die Vermittler der Riester-Rentenverträge gerade an diesen Produkten so viel Geld verdienen. Die alternativen Produkte wie der Banksparplan oder der Fondssparplan werden nur selten angeboten.

Kaum ein Versicherter weiß, dass er bei einer Riester-Rentenversicherung in den ersten fünf Jahren oft bis zu vier Prozent der gesparten Summe für die Vermittlungsgebühr bezahlt. Das bedeutet, dass gerade in den Anfangsjahren viel Geld an die Versicherung, aber wenig in den Rentenvertrag fließt. Wer seinen Vertrag kündigt, muss damit rechnen, dass die Provision bei der Versicherung bleibt, der Staat die bereits gezahlten Zulagen zurückfordert und das Finanzamt die gesparten Steuern einfordert. Deswegen sollten solche Verträge nicht gekündigt, sondern beitragsfrei gestellt werden. So bekommt der Versicherte bei Renteneintritt dann wenigstens seine bis dato eingezahlten Beiträge und die Zulagen ausgezahlt und muss die gesparten Steuern nicht zurückzahlen. Ein weiteres und nicht zu unterschätzendes Problem bei den Riester-Rentenversicherungen ist die Tatsache, dass der Garantiezins immer weiter sinkt. Bei Einführung der Riester-Rentenversicherung lag der Garantiezins bei 3,25 Prozent ab Januar 2012 können die Versicherten bei Abschluss von Neuverträgen nur noch mit gerade 1,75 Prozent rechnen. Auch die Überschussbeteiligung ist stetig gesunken.

Verbraucherschützer kritisieren, dass die Riester-Rentenversicherung ein Produkt ist, dass sich in erster Linie für die Versicherer und die Vermittler rechnet, aber nicht für den Versicherten.

Wer sollte welches Riester Produkt wählen

Nur der sicherheitsorientierte Sparer, der genau wissen will, wie hoch seine Riester-Rente ist, der über ein sicheres und gleichmäßiges Einkommen verfügt, sollte eine Riester-Rentenversicherung abschließen. Alternativ können sicherheitsorientierte Sparer in der mittleren Lebenshälfte auch einen Banksparplan abschließen. Die zu erwartende Rendite hängt dann von der Zinsentwicklung ab. Jüngere Sparer sollten sich Fondssparpläne genauer ansehen. Was man hier am Ende raus bekommt, hängt von der Entwicklung der Aktienkurse ab. Alle, die in naher oder ferner Zukunft die Absicht haben, Wohneigentum zu erwerben oder ein eigenes Haus zu bauen, sollten das etwas neuere Riester Produkt „Wohn-Riester“ bevorzugen.

Die Riester Produkte im Detail

Die klassische private Rentenversicherung funktioniert ähnlich wie ein Sparbuch. Die Beiträge des Versicherten werden nach Abzug aller Kosten und Risikobeiträge verzinst, wobei eine Mindestverzinsung garantiert wird. Dazu kommen sogenannte Überschussbeteiligungen, deren Höhe aber nicht garantiert und vorausgesagt werden kann.

Der Banksparplan eignet sich für Sparer mit einem gewissen Sicherheitsbedürfnis und für ältere Riestersparer, die eine kürzere Ansparphase haben. Hier fließt regelmäßig Geld in den Sparplan.

Bei einem Fondssparplan wird der Sparbeitrag in Investmentfonds eingezahlt. Hier sind die Renditechancen zwar deutlich höher aber auch die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Es werden auch Mischfonds angeboten. Fonds, bei denen der Aktienanteil relativ hoch ist, bieten sich immer dann an, wenn der Vertrag in jungen Jahren abgeschlossen und die Ansparphase entsprechend lang ist, sodass genügend Zeit bleibt, um mögliche Kursverluste auszugleichen.

Der Wohn-Riester-Vertrag ist ein zertifizierter Bausparvertrag. Diese Möglichkeit gibt es für Riestersparer erst seit 2008.

Die Vorteile der Riester-Rente auf einen Blick

•    Bis zu 70 Prozent staatliche Förderung (154 Euro maximal/Jahr und 300/Euro maximal pro Kind)
•    Steuervorteil durch Sonderausgabenabzug
•    Hohe Sicherheit durch Garantiezins und Beitragsgarantie
•    Garantierte lebenslange Rente
•    100 Prozent Entnahme bei Immobilienfinanzierung möglich

Wer kann die Riesterförderung beanspruchen

Privat für das Alter vorsorgen kann jeder. Um von der Riesterförderung zu profitieren, müssen grundsätzlich Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt werden. Somit haben Arbeitnehmer, Beamte und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, Berufs- und Zeitsoldaten, Auszubildende, Künstler und Publizisten, die nach dem KSK versichert sind, nicht erwerbstätige während der Kindererziehungszeit, Wehr und Zivildienstleistende, pflichtversicherte Selbstständige, geringfügig Beschäftigte, Bezieher von Vorruhestandsgeld und weitere andere Personengruppen Anspruch auf Riesterförderung.

Keinen Anspruch haben hingegen Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, Freiberufler die berufsständischen Versorgungseinrichtungen zugeordnet sind wie Ärzte, Anwälte oder Architekten, freiwillig in der Rentenversicherung Versicherte, Bezieher von Vollrenten und Bezieher von Erwerbsminderungs- oder Erwerbsunfähigkeitsrenten. Auch Bezieher von Sozialhilfe können keinen Riestervertrag abschließen.

Quelle: http://www.kredittipps.net/sonstiges/der-finanzmarkt-rueckblick-2011/

Bildmaterial von: detailblick und M&S Fotodesign (beide tätig bei Fotolia)Similar Posts:

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