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Entstehung der Riester Rente: Wie der Staat die Altersvorsorge unterstützt

Erstellt von am 8. September 2010 – 11:190 Kommentare

Die Altersvorsorge ist eines der Themen, die in der Politik der letzten Jahre am häufigsten diskutiert worden ist. Kein Wunder: Die Geburtenrate in Deutschland sinkt, und die Gefahr der Überalterung steigt. Die Frage, wie die älteren Generationen der Bevölkerung in Zukunft versorgt werden – und sich selber versorgen können –, ist da natürlich stets brandaktuell. Kein Wunder also, dass sich Politiker mit Vorliebe immer wieder am Thema der Altersvorsorge festbeißen. Vorsorgemöglichkeiten gibt es viele und das Chaos ist dementsprechend bei den meisten Menschen groß: die Riester Rente, die Rürup Rente, staatliche Vorsorge, private Vorsorge… Darüber, was für wen geeignet ist, ab wann sich was lohnt und was wie zu finanzieren ist, herrscht immer noch in weiten Teilen der Bevölkerung eine gewaltige Verwirrung.

Die Wortschöpfung

Die Riester Rente ist und bleibt dabei eines der wichtigsten Stichpunkte, wenn man sich mit der Altervorsorge beschäftigt. Seit der Entstehung der Riester Rente ist sie das Thema überhaupt geworden – so hat es das Wort „Riester-Rente“ auch in die engere Vorauswahl zum Wort des Jahres 2001 geschafft. Die Riester Rente ist eine Form der staatlich geförderten Altersvorsorge. Der Grundstein zur Entstehung der Riester Rente wurde 2000/2001 gelegt. Der Name Riester geht zurück auf den damaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, der den Vorschlag zu einer freiwilligen Altersvorsorge durch Zulage des Staates machte. Sein Name ist mittlerweile so eng mit der Altersvorsorge verknüpft, dass er sich sogar eines Verbs rühmen darf: Die Wortneuschöpfung „riestern“ hat sich in den Medien als Verb für die Nutzung der Riester Rente etablieren können. Walter Riester war maßgeblich an der Gestaltung und Entwicklung der Riester Rente beteiligt, er ist für die Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorge verantwortlich.

Die Rentenreform

Im Vorfeld der Entstehung der Riester Rente fand eine Rentenreform statt: In ihrem Zuge sank das Nettoeinkommen des sogenannten Eckrentners von 70 Prozent auf 67 Prozent. Der Eckrentner – ein Begriff, der genauso viel Verwirrung stiftet wie die Thematik der Altersvorsorge selbst: Es handelt sich dabei um eine fiktive Person, die 65 Jahre alt ist und 45 Jahre ihres Lebens Mitglied in einer gesetzlichen Rentenversicherung war. Diese äußerst modellhafte Rentenbiografie soll bei statistischen Vergleichen helfen. Durch die Rentenreform entstand also eine Versorgungslücke – und diese führte zur Entstehung der Riester Rente. Denn die Versorgungslücke musste dringend gestopft werden: Für kommende Rentner bedeutete die Kürzung der gesetzlichen Rentner teilweise drastische Auswirkungen.

Die Altersvorsorge

Die Entstehung der Riester Rente führte dazu, dass ein Modell der privaten Altersvorsorge entwickelt wurde. Die Grundannahme des Modells ist, dass ein Mensch in den Jahren seiner Berufstätigkeit Mitglied einer privaten Rentenversicherung ist. Er leistet Beitragszahlungen oder zahlt in einen Fond oder Sparplan ein. Es wird also ein Kapital angespart – und das wird, sobald der Mensch in den Ruhestand eintritt, Monat für Monat wieder ausgezahlt. Doch zusammen mit diesem Kapital wird noch ein weiteres Geld ausgezahlt: Denn die Anbieter solcher Riester-Verträge sind dazu verpflichtet, nicht nur die vom Kunden eingezahlte Summe und die staatlichen Zulagen, sondern auch einen von vornherein festgelegten Zins auszuzahlen. Seit der Entstehung der Riester Rente hat es sich erwiesen, dass diese Form der Altersvorsorge besonders für konservative Anleger geeignet ist, die von offenen Investmentfonds aufgrund der damit verknüpften Risiken absehen möchten.

Foto: Dieter Brockmann – Fotolia.com
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