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Erbschaftssteuer

Erstellt von am 2. Juni 2010 – 15:140 Kommentare

Erbschaftssteuer muss in Deutschland grundsätzlich auf jeden Vermögensvorteil bezahlt werden, den man aufgrund einer Erbschaft erhält. Gerade deshalb hat ein Erbe Interesse daran zu wissen:

  • Wie wird denn die Erbschaftsteuer überhaupt berechnet?
  • Habe ich Anspruch auf einen Freibetrag ja oder nein und wie hoch?
  • Welches Vermögen wird wie bewertet und besteuert?
  • Was passiert, wenn die Schulden größer sind als das Guthaben?
  • Kann ich das Erbe auch ablehnen?
  • Wer bezahlt die Bestattungskosten?

Antworten auf alle Fragen, die das Erbrecht betreffen und welche steuerlichen Verbindlichkeiten sich für Erben ergeben können bekommt man natürlich von den jeweiligen Fachleuten. Viele Bücher erläutern auch sachlich präzise den Sachverhalt.

Erläuterungen zur Erbschaftssteuerberechnung

Nach dem alten Erbrecht wurden Erbschaften unterschiedlich bei der Erbschaftssteuer berücksichtigt. Immobilienübergaben waren gegenüber den Kapitalvermögen im Vorteil bei der Erbschaftssteuer genauso wie bei der Schenkungssteuer. Dies ist mit der Erbschaftssteuerreform abgeschafft worden, denn Immobilien werden in der Zwischenzeit mit dem Marktwert besteuert.

Zunächst einmal werden Freibeträge je nach Erbenordnung und der daraus resultierenden Steuerklasse berücksichtigt bei der Berechnung der Erbschaftssteuer. Diese werden jedoch bei Kapitalvermögenswerten vom Nenn- also dem Originalwert abgezogen.  Beim geerbten Immobilienvermögen muss inzwischen bei der Versteuerung nicht mehr das alte Bewertungsgesetz herangezogen werden sondern der reelle Marktwert. Früher wurde zumeist ein Wert zu Grunde gelegt, der bis zu 40% unter dem tatsächlichen Verkehrswert lag. Diese erheblichen Steuervorteile für Immobilienerben wurden als Ungleichbehandlung gegenüber den Kapitalvermögenserben empfunden. Das Bundesverfassungsgericht  verlangte deshalb eine Neuregelung, die zwischenzeitlich auch in Kraft gesetzt wurde.

Der Gesetzgeber erhöhte auch die Freibeträge

Zuzüglich zur neuen Bewertung der Immobilien erhöhte der Gesetzgeber auch die bisherigen Freibeträge zum Beispiel:

Von 307.000,00 € auf 500.000,00 € für Ehe- und eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften

von 205.000,00 € auf 400.000,00 € für alle Kinder (eheliche wie uneheliche)

von  51.200,00 €  auf 100.000,00 € bei näheren Verwandten

Die näheren Verwandten werden in Zukunft besser wegkommen, während für die entfernten Verwandten die Steuerbelastung eher erhöht wurde. Dies gilt künftig steuerrechtlich bei Schenkungen und Erbschaften.

Durch kluge Kombinationsgestaltungen zwischen der Erbfolge von Todes wegen und einer oder mehreren Schenkungen können erhebliche Steuerbelastungen eingespart werden. Wenn der entsprechende Freibetrag nämlich überschritten wird durch das Erbe fallen je nach Steuerklasse die Erbschaftssteuern an. Bei Schenkungen kann der Freibetrag alle 10 Jahre erneut ausgeschöpft werden. Wenn der Geschenkwert die Vermögensverhältnisse des Schenkers nicht übersteigt, können diese unter Umständen auch einmal steuerfrei vergeben werden. Dies muss jedoch im Einzelfall geklärt werden. Fachleute können Ihnen Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, die auch nach der Erbschaftssteuerreform bei Immobilienvermögen große Steuervorteile einbringen.

Foto: robert lerich – Fotolia.comSimilar Posts:

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