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Riesterrente – Bei welchem Einkommen lohnt sie sich?

Erstellt von am 19. Januar 2010 – 09:500 Kommentare

Grundsätzlich funktioniert die Riesterrente so, dass derjenige Arbeitnehmer, der sein Gehalt zum Teil als Riesterrente anspart, darauf weder Steuern noch Sozialabgaben zahlen muss und zudem eine staatliche Zulage erhält.

Was ist die Riesterrente?

Die Riesterrente, zurückzuführen auf den Bundesminister für Arbeit und Soziales während der rot-grünen Bundesregierung, ist eine staatlich geförderte, private Rente. Zulagenberechtigte Personen sind rentenversicherungspflichte Arbeitnehmer und Selbstständige, pflichtversicherte Landwirte, Bezieher von Arbeitslosengeld, Vorruhestandsgeld, Krankengeld, geringfügig Beschäftigte, erwerbsgeminderte oder berufsunfähige Personen, Beamte, Richter und Berufs- und Zeitsoldaten sowie Wehr- und Zivildienstleistende. Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, sind von der Riesterrente ausgeschlossen.

Die Riesterrente besteht aus zwei Elementen: Der Altersvorsorgezulage und dem Sonderausgabenabzug. Die Altersvorsorgezulage, die nicht direkt an den Sparer ausgezahlt wird, sondern in den Altersvorsorgevertrag fließt, setzt sich aus der Grundzulage (seit 2008 pro Person 154 Euro) sowie der Kinderzulage (seit 2008 pro Kind 185 Euro, für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es 300 Euro) zusammen. Steuerlich geltend gemacht werden können Einzahlungen bis zu einer Höhe von 2.100 Euro. Der Sonderausgabenabzug steht für den Abzug der Zulage, die durch die Steuerersparnis aus den Sonderausgaben entstehen und tritt nur in Kraft, wenn keine Steuerfreistellung der Beiträge durch die Zulagen erreicht würde. Daher geht es bei der Riesterrente auch nicht um eine doppelte Förderung, sondern um eine Zulagenförderung.

Für wen lohnt sie sich?

Obgleich die Riesterrente auch aus der Kinderzulage besteht, lohnt sie sich nicht nur für Familien. Kinderlose Singles können durchaus einen ähnlichen oder sogar höheren Sparanteil erzielen. Gleichwohl gibt es auch Personengruppen, für die sich die Riesterrente eher nicht lohnt. Allerdings schwanken die Meinungen über die Riesterrente erheblich, so dass, trotz der hier dargestellten Beschreibungen, direkt bei den zuständigen Stellen nachgefragt werden sollte, denn die abschließende Bewertung der Riesterrente hängt von der individuellen Situation, insbesondere dem Einkommen, dem Sparbetrag und der Anzahl der Kinder ab.

Bei einem sehr geringen Einkommen wird tendenziell eher von der Riesterrente abgeraten. Auf den ersten Blick scheint dies widersprüchlich, kann doch angenommen werden, dass sich bei einer sehr kleinen staatlichen Rente die private Vorsorge besonders lohnt. Tatsächlich ist es aber so, dass bei einer Rente, die nicht den Lebensunterhalt decken kann, der Staat mit der Grundsicherung einspringt. Die unzureichende Rente wird also in jedem Fall mit, wenn auch geringen, staatlichen Leistungen ergänzt. So macht es wenig Sinn, wenn Geringverdiener auch noch monatlich einen Teil ihres Einkommens für die Riesterrente sparen müssen. Auch Personen, die über Wertpapiere oder Investmentfonds verfügen, machen mit der Riesterrente nicht unbedingt einen Gewinn, denn Förderung nach der Riesterrente verbietet risikoreiche Investitionen. Diese allerdings werfen häufig höhere Renditen ab. Zudem ist Personen mit einem höheren Einkommen zu einer Riesterrente grundsätzlich nur dann zu raten, wenn sie jährlich nicht mehr als 2.100 sparen möchten. Andernfalls sollten sie nach einer alternativen privaten Altersvorsorge suchen.

Vorteile für Familien

Vorteile bietet die Riesterrente für die folgenden Personen: Bei Einkommen von 5.000 Euro für kinderlose Alleinstehende kann die Förderquote mehr als 70 Prozent ausmachen: Spart der Arbeitnehmer monatlich 60 Euro an, erhält er eine Zulage von 154 Euro und erhält so eine Förderquote von 72 Prozent. Während die Förderquote bei einem Einkommen zwischen 15.000 und 25.000 Euro und einem Eigensparbetrag von 400 bis 900 Euro zwischen 26 und 28 Prozent liegt, erhöht sie sich bei steigendem Einkommen: Ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro und einer Sparzulage von 1.846 Euro, führt zu einer Förderquote von knapp 40 Prozent. Besonders hoch ist die Förderquote auch für Familien mit zwei Kindern und einem Rentenversicherungspflichtigen, die ein jährliches Einkommen von 15.000 Euro erwirtschaftet: Bei einem Eigenbetrag von 60 Euro gibt es eine Grundzulage von 308 Euro sowie eine Kinderzulage von mindestens 370 Euro. Sind die Kinder in oder nach 2008 geboren, erhöht sich die Kinderzulage sogar auf 600 Euro (300 Euro für jedes Kind). Die Förderquote ist mit mehr als 90 Prozent die höchste.

Fazit: Die Riesterrente lohnt sich ab einem monatlichen Einkommen von etwa 1.300 Euro, besonders hohe Förderquote erhalten Familien mit Kindern, insbesondere mit Kleinkindern. Personen mit sehr geringem oder sehr hohem Einkommen kann von einer Riesterrente abgeraten werden. Similar Posts:

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