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Arten der privaten Altersvorsorge: Wer die Qual hat, hat die Wahl

Erstellt von am 20. Oktober 2009 – 18:290 Kommentare
Fürs Alter vorgesorgt mit einer Riesterrente, Foto: iStockphoto

Fürs Alter vorgesorgt mit einer Riesterrente, Foto: iStockphoto

Wer im Alter seinen Lebensstandard nicht arg einschränken möchte oder gar auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen sein möchte, sollte nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente bauen. Die Rente ist zwar sicher, sie reicht künftig jedoch nur für die Grundversorgung. Die Bundesregierung rät deshalb längst zur privaten Altersvorsorge, um Versorgungslücken im Alter zu schließen. Dazu versucht sie Sparern finanzielle Anreize zu geben, verschenkt steuerliche Vorteile und Zuschüsse.

Private Altersvorsorge: Lebensversicherung

Die kapitalbildende Lebensversicherung bietet das Grundmodell der Altersvorsorge und kann sowohl vor dem vorzeitigen Tod schützen, als auch zur Kapitalanlage dienen. Mit dieser Versicherung spart sich der Nehmer mit monatlichen Beiträgen über bestimmte Laufzeit ein größeres Kapital an, das er entweder als einmaligen Betrag oder als monatliche Rente ausgezahlt bekommt. Die Versicherungssumme ist dabei oftmals garantiert. Die tatsächliche Leistung jedoch größer ausfallen, je nachdem wie gewinnbringend der Versicherer das Kapital des Kunden auf den Anlagemärkten vermehrt. Rentensparer sollten darauf achten, dass ihre Verträge bis zum 60. Lebensjahr laufen oder eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren haben, da sie das ausgezahlte Kapital dann nur mit halbem Steuersatz versteuern müssen. Doch auch die beste Altersvorsorge kann ihr Ziel nicht erreichen, wenn man wegen einer Berufsunfähigkeit vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden muss. Deshalb sollte man auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung so dimensionieren, dass im Falle eines Falles die Altersvorsorge weiter betrieben werden kann. Diese Berufsunfähikeitsversicherung sollte bereits möglichst zu Beginn des Berufseinstiegs abgeschlossen werden, um noch möglichst günstige Konditionen zu erhalten.

Private Altersvorsorge: Rentenversicherung mit Riester-Vertrag

Für Angestellte ist eine Rentenversicherung mit Riester-Vertrag jedoch die erste Wahl. Die Versicherten können mit ihm völlig steuerfrei sparen, müssen allerdings ihre spätere Rente voll versteuern.  Die Regeln für Riester Verträge gibt der Gesetzgeber vor: „Riestern“ dient ausschließlich zum Aufbau einer Altersrente. Deshalb kann nur ein kleiner Teil des angesparten als größere Summe ausgezahlt werden. Die Riester Vorteile: Das Geld, das der Sparer einzahlt, bekommt er als garantierte Rente ausgezahlt, unabhängig davon, ob er eine fondsgebundene oder klassische Riester Rentenversicherung wählt. Dazu kann jeder Sparer jährlich eine Zulage von derzeit 154 Euro erhalten, sobald er einen bestimmten Mindestsatz einzahlt. Dazu gibt es für jedes Kind 184 Euro; Kleinkinder, die nach 2008 geboren wurden erhalten sogar 300 Euro. Mit diesen Zuschüssen hat die Riester Rente bereits einen deutlichen Renditevorteil gegenüber der privaten Rentenversicherung: Der Sparer profitiert bereits direkt von den Zinsen der Zulagen. Der Staat hat in den  vergangenen sieben Jahren insgesamt 5,3 Milliarden Euro in die Förderung der Riester Vorsorge investiert. Ein weiteres Plus: Das ersparte ist  vor Pfändungen sicher oder wird nicht auf den Schonbetrag vom Arbeitslosengeld II angerechnet.

Für Selbstständige: Die Rürup Rente

Selbstständige und Freiberufler können mit der Rürup Rente steuerbegünstigt eine individuelle Altersvorsorge aufbauen, dabei entscheiden sie selbst, wie viel sie sparen. In der klassischen Rürup Rentenversicherung legt der private Versicherer die Monatsbeiträge vom Kunden in sichere Zinspapieren an, um so eine Rente zu garantieren. Hier gibt es jedoch auch riskantere Anlagen, die höhere Renditen versprechen, wie zum Beispiel in Fonds. Denn auch hier ist die Höhe der Altersrente davon abhängig, wie gewinnträchtig der Versicherer das Kapital anlegt.

Private Altersvorsorge: Rentenversicherungen sind steuerfrei

Die private Rentenversicherung ist die einzige private Vorsorge, die völlig steuerfrei ist, da sie für den Gesetzgeber offensichtlich nur zur Altersvorsorge dient. Sie ist im Prinzip eine Lebensversicherung, die eine Laufzeit bis zum Rentenalter hat und nur für den Erlebensfall die vereinbarte Versicherungssumme in Form einer monatlichen Rente auszahlt. Mit dem Tod des Versicherten geht das angesparte Kapital ins Eigentum der Gesellschaft über. Wie viel der Versicherungsnehmer für diesen Schutz zahlt, ist von den persönlichen Risikofaktoren abhängig, wie zum Beispiel das Alter, Geschlecht, Gesundheit und Lebensweise. Männer zahlen zum Beispiel generell einen niedrigeren Tarif als Frauen, da sie statistisch früher sterben und damit der Versicherer eine geringere Rente auszahlen muss. Darin unterscheidet sie sich übrigens nicht von der klassischen Lebensversicherung. Außerdem sollte man sich rechtzeitig auf die Zeit nach dem Tod vorbereiten und ein Testament handschriftlich verfassen, damit die Erbverhältnisse geklärt sind. Similar Posts:

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